Kefalonia Geschichte

1. Kefalonia im Altertum
Es wird erzählt, daß Kefalonia seinen Namen dem König Kephalos verdankt, dem legendären Gründer der vier antiken Städte - Sami, Pahli, Krani und Pronnoi - benannt nach seinen vier Kindern. Kefalonia setzte sich in seiner frühesten Zivilisation aus vier autonomen Stadtstaaten zusammen, jeder mit seiner eigenen Münzprägung. In der homerischen Zeit (um 1200 v. Chr.) bildete Kefalonia einen Teil des Königreiches von Odysseus. Der erste bekannte Hinweis auf "Kefallines” kann in Homers Ilias gefunden werden, obwohl sich dies auf Odysseus' Bevölkerung auf mehreren der Ionischen Inseln bezieht. Es gibt starke Hinweise darauf, daß Kefalonia eigentlich Homers Ithaka war und die mykenischen Ruinen, in Tzannata – Poros ausgegraben, einst die Heimat von Odysseus war. Kefalonia und Ithaka waren nicht immer unter ihren jetzigen Namen bekannt. Die Insel ist im Laufe der Jahrhunderte für ihre Silber-Tannen, deren aromatischer Duft immer noch Teile der Insel durchdringt, berühmt geworden. Nur auf Kefalonia und in bestimmten Teilen von Russland und Kanada zu finden, ist dieses Baumholz ideal für den Schiffbau. Odysseus machte guten Gebrauch davon beim Bau seiner Flotte, ebenso wie die Venezianer rund 2000 Jahre später. Es wird erzählt, daß Napoleons erste Frage, als er einem Kefalonier vorgestellt wurde, die Tannen betraf, die auf dem "Mächtigen Berg”, Berg Enos wuchs.

2. Römisches & Byzantinisches Kefalonia
Als die Venezianer den Genueser Piraten Leone Vetrano, der die Insel besetzt hielt, im Jahre 1207 hinrichteten, stellte die Familie Orsini all ihren Besitz unter die Herrschaft der Venezianer, obwohl erst einige Jahre später, 1386, nach dem Fall von Konstantinopel, die Venezianer schließlich die Insel als ihre eigene beanspruchen konnten. Kefalonia war immer noch von den Venezianern besetzt, als die erste Welle der türkischen Angriffe, durch den blutrünstigen Ahmed Pascha geführt, um 1480 begannen. Der Historiker William Miller beschreibt, daß Ahmed Pascha den Adel unterdrückte, die Burg von Kefalonia abbrannte und viele der Bauern nach Konstantinopel verfrachtete”. Dort trennte der Sultan die Männer von den Frauen und zwang die Männer, Frauen aus Äthiopien und umgekehrt zu heiraten, um eine Rasse von halbfarbigen Menschen zu schaffen, um sie als Sklaven zu benutzen. Wieder kämpften die Venezianer um die Insel und nach zwei Jahren der Türkenherrschaft war die Insel wieder die ihrige. Nun, nicht für lange, denn die venezianische Herrschaft endete damit, daß die Insel in einem Vertrag im Jahre 1485 an die Türken zurück gegeben wurde ! Die türkischen Soldaten, die auf der Burg Hl. Georg stationiert waren, waren gegen die lokale Bevölkerung notorisch grausam und diese verließen sofort ihre Ländereien, ihre Häuser und Ernten in ungepflegtem Zustand. Die Insel war in einem desolaten Zustand, als die Venezianer und Spanier ihren Kreuzzug gegen die osmanischen Türken im Jahr 1500 gewannen, um wieder die Kontrolle über Kefalonia zu gewinnen. Es war die strategische Bedeutung von Kefalonia, die die Flotte von Venedig anzog; venezianische Schiffe fanden Schutz vor Angriffen in den Häfen von Kefalonia und die Insel diente als wertvolles Sprungbrett nach dem Osten.

Für die meiste Zeit in dieser Periode war St. Georgios das politische Zentrum der Insel, aber nachdem ein starkes Erdbeben im Jahre 1757 die Festung stark beschädigte, wurde die Hauptstadt an den Hafen von Argostoli verlegt. Fast 500 Jahre lang ist die venezianische Kultur tief in die der Ionischen eingedrungen. Von Venedig aus kamen Mode, Kunst, Musik, Literatur, ihr Bildungs- und Gesundheitssystem, ihre Gesetze und Architektur und sogar die Tomate ! Die Venezianer sind auch verantwortlich für die Pflanzung von vielen der Olivenbäume, die noch auf der Insel zu finden sind.

3. Französische & Britische Kefalonia
Die venezianische Herrschaft kam im Jahr 1797 zu einem Ende, als die Franzosen die Kontrolle über die überseeischen Besitzungen Venedigs gewannen. Die Insulaner begrüßten die Franzosen mit ihrer revolutionären Ideologie, pflanzten symbolische Bäume der Freiheit in die Hauptplätze und hissten die Trikolore. Der Frieden aber hielt nicht lange an und es brachen Revolten aus .....Im Jahre 1800 wurde der "Eptanisos”- der Staat aus sieben Inseln - gebildet. Es war nicht von langer Dauer! Nach einer weiteren kurzen Besetzung durch die Franzosen, brach der napoleonische Krieg aus und die Insel kam in den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts unter britische Kontrolle. Von den siebzehn britischen Gouverneuren, die Kefalonia regierten, wurde nur Sir Charles Napier wohlwollend gesehen. Seine große Zuneigung zu der Insel liegt auf der Hand aus dem Namen seiner Tochter, Emily Kefalonia. Die Unterstützung, die er dem griechischen Festland trotz der offiziellen Opposition Großbritanniens im Unabhängigkeitskrieg gegen das Osmanische Reich bot, war charakteristisch für sein Verhalten. Einer der bekanntesten Anhänger des griechischen Unabhängigkeitskrieges, Lord Byron, besuchte die Insel in den frühen 1820er Jahren. Während er in Metaxata wohnte, komponierte er "Don Juan". Die Statue des Laskaratos in Lixouri steht als Beleg für die endemische Armut Kefalonias in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Laskaratos hatte eine große Familie und bekam eine kleine Hilfe seitens der Kirche, doch belästigte er den örtlichen Pfarrer so lange, bis er schließlich exkommuniziert wurde. Im griechischen "Aphorismus", das “Exkommunizieren“ bedeutet, bedeutete es auch, daß der Körper sich nach dem Tod nicht zersetze. Die Reaktion des Mannes auf seine Exkommunikation war, die Schuhe seiner Kinder hochzuhalten und den Priester zu bitten, daß er sie auch exkommunizierte, da er es sich nicht leisten konnte, sie zu ersetzen!

4. Unabhängigkeit & modernes Kefalonia
Im Jahre 1863, nach einem langen und blutigen Kampf, wurde der “London Protocol” Vertrag unterzeichnet. Darin heißt es: "Die Inseln Korfu, Kefalonia, Zakynthos, Lefkas, Ithaka, Kythira, Paxos und die anderen kleinen Inseln werden mit dem Königreich Griechenland vereinigt, um für immer Teil eines einzigen Staates zu sein”. Und somit war der Kampf um die Unabhängigkeit Griechenlands gewonnen. Yiannis Metaxas, Premierminister von Griechenland während des 2. Weltkrieges (der bekanntlich Mussolinis Vorkriegs-Ultimatum ablehnte), war selbst ein Kefalonier. Die Insel und Großteile von Griechenland, wurden während des 2. Weltkrieges sowohl von den Italienern als auch den Nazis besetzt und die Inselbewohner litten sehr unter den Händen der Letzteren.

Kefalonia erlitt eine weitere Katastrophe im Jahr 1953, dieses Mal von natürlicher Art, als die Insel durch ein Erdbeben zu Ruinen erschüttert wurde und das westliche Griechenland zerbrach. Es hatte zuvor etwa 365 Dörfer auf der Insel gegeben, heute sind sie stark reduziert, und Besucher werden sehr wenig von der Architektur der vor-Erdbeben-Zeit in ihrer Gesamtheit sehen. Fiskardo ist einer der wenigen Orte, die der zerstörerischen Kraft entkamen und der fast vollständig erhalten geblieben ist. Die Insel ist heute eine der Reichsten der Ionischen Inseln, viele erfolgreiche Schiffs-Kaufleute stammten aus Kefalonia - die Onassis-Insel Skorpios ist nicht weit von der Küste von Lefkas entfernt. Die Kefalonier hatten schon immer einen guten Ruf, sind bekannt für ihre unternehmungslustige Natur und viele haben ihr Glück im Ausland gesucht. In der Tat kann man kefalonische Ärzte auf der ganzen Welt finden. So groß war ihr Ruf, daß Mütter für ihre neugeborenen Mädchen beteten, daß sie einen Arzt heiraten, obwohl sie sich heutzutage wohl wünschen würden, daß ihr zukünftiger Ehemann ein Schiffseigner oder ein Hotelier wäre!